Montessori

Wir stützen uns auf die Prinzipien der Maria Montessori, streben jedoch weniger an eine reine Montessori-Schule zu sein. Im Mittelpunkt ihres Ansatzes steht die Achtung vor dem Kind. Weitere Kernpunkte ihrer Pädagogik sind:

Sensible Phasen

Der Mensch durchläuft in seiner Entwicklung sensible Phasen. Maria Montessori weist sehr detailliert solche Phasen nach, in denen der Mensch mittels einer Dynamik von innen heraus sehr empfänglich für bestimmte Lebens- und Entwicklungsprozesse ist, die er dann mit einer Selbstverständlichkeit aufnimmt, die einem Schwamm gleicht, der Wasser aufsaugt.

Vorbereitete Umgebung

Maria Montessori fordert, die Umgebung des Menschen vorzubereiten, zu gestalten, sozusagen als Lebensraum. In diesem Lebensraum entwickelt sich der Mensch eigenständig als Persönlichkeit und als Sozialwesen.
„Um diese Entfaltung zu begünstigen, muss das in seiner Tätigkeit frei gelassene Kind in seiner Umgebung etwas vorfinden, das organisiert wurde in direktem Verhältnis zu seiner sich nach Naturgesetzen abwickelnden inneren Organisation.“
Die vorbereitete Umgebung – mit Anreizen zum „Tätigsein“ durch strukturiertes und unstrukturiertes Material – ermöglicht auch den Zugang zur jeweiligen Kultur.

Freiheit

Freiheit bei der Wahl der Aufgaben soll gegeben sein. Jedes harmonisierte Kind besitzt genügend Eigenmotivation, um mit vorbereitetem Material zu arbeiten. So gelangt es zur Selbsterziehung und Selbstdisziplin.

Polarisation der Aufmerksamkeit

Ein Sich-vertiefen in die frei gewählte Arbeit führt zu einem authentischen und damit im Langzeitgedächtnis gespeicherten Lernprozess.

Rolle des Lehrers

Maria Montessori definiert die Rolle des Lehrers neu. Seine Aufgabe ist es, in erster Linie zu beobachten, sich selbst zurückzunehmen und den Entwicklungsprozess des Kindes zu verfolgen. Er ist da, wenn das Kind Hilfe benötigt und versucht die Umgebung so vorzubereiten, dass das Kind von sich aus tätig werden kann.

Grenzen

Nur durch Grenzen kommt der Mensch zur optimalen Entfaltung. Dazu gehören Grenzen durch die Umgebung (Ordnung spielt eine zentrale Rolle.) und Grenzen, die das Zusammenleben in der Gruppe betreffen (Nur so können soziale Beziehungen aufgebaut werden.).

Wild

Im Jahre 1977 gründeten Rebeca und Mauricio Wild in Ecuador einen Kindergarten in Eigenregie. Bis heute hat er sich zu einem Kindergarten-, Schul- und Fortbildungszentrum, genannt „Pesta“, mit ca. 200 Kindern und Jugendlichen im Alter von 3 bis ca. 18 Jahren entwickelt.
Eine Grundaussage ihres Erziehungsansatzes ist die Nichtdirektivität:
„Unter Direktivität verstehen wir bewusstes oder unbewusstes Verhalten, das die Kinder in ihren Interessen, ihrer Wahrnehmung und Interpretation der Umwelt bestimmt. Hervorgerufen wird Direktivität vor allem dadurch, dass wir glauben zu wissen, was gut für ein Kind ist und was nicht, was es lernen sollte, auf was es seine Aufmerksamkeit richten sollte.“ (Rebeca Wild)
Umgebungen zu schaffen, in denen Kinder als Kinder leben können, ist eine Herausforderung für Eltern, Lehrer und Erzieher. Dazu gehört jedoch auch zu lernen, menschliche Beziehungen ohne Direktivität zu gestalten. Nichtdirektivität steht dadurch auch in direktem Zusammenhang mit „Liebe ohne Bedingungen“ und „Respekt für die Eigenständigkeit“.
Kernpunkte der Pädagogik von Rebeca und Mauricio Wild sind echte Lebensprozesse zu erkennen und zu respektieren. In einer Umgebung von Respekt und Achtung, wo sie inmitten einer Fülle von Wahlmöglichkeiten aus eigenem Antrieb ihre Aktivitäten entfalten können, können Kinder lebendig wachsen. Dabei lernen sie reale Lebenssituationen einzuschätzen, Entscheidungen zu treffen, Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen und sich selbst zu vertrauen. Das Kriterium der vorbereiteten Umgebung ist ihre Entspanntheit. Nur in einer entspannten Umgebung können echte Lebensprozesse stattfinden
Das soziale Lernen des Kindes findet vor allem durch die Art und Weise statt, in der wir ihm vom ersten Tag seines Lebens an begegnen. Erfährt es Respekt, Wärme, Rücksichtnahme und eine friedliche Atmosphäre, so prägt dies sein späteres soziales Verhalten ebenso wie das Fehlen dieser Qualitäten. Alles Leben auf dieser Erde manifestiert sich grundsätzlich als Interaktion zwischen einem lebenden Organismus und einer Umgebung. Eine dynamische Wechselwirkung zwischen Innen und Außen ist die Grundbedingung für jede Entwicklung und jede echte Handlung. Disziplinprobleme sind nichts als die Antwort auf die Gewohnheit der Erwachsenen, andere Menschen zu kontrollieren und zu programmieren. Aus diesem Dilemma erwächst dann die Problematik, dass wir eingreifen, statt Grenzen zu setzen, dass wir konditionieren, statt Wachstum zu ermöglichen. Durch allerlei grobe und feine, bewusste und unbewusste Impulse der Erwachsenen wird ein Kind hierhin geschoben und dorthin gezogen. So ersetzen wir langsam, aber sicher seine eigene innere Absicht durch unsere Führung – aus Autonomie wird Abhängigkeit.
Erzieher und Lehrer sollen von der Wichtigkeit emotionaler Bedürfnisse durchdrungen sein. Wird der Umgang mit emotionalen Wirklichkeiten ernst genommen, öffnen sich viele Wege und Konfliktsituationen werden ausgelebt. Das bringt uns als Erwachsene immer wieder in ungeahnte Lernprozesse im Setzen von Grenzen.

Freinet

Die Grundlage der Freinet-Pädagogik ist das Leben des Kindes mit all seinen Bedürfnissen und Möglichkeiten. Freinet nennt dies die natürliche Methode.
Das, was Kinder interessiert, wird zum Lerninhalt und damit zum Auslöser von Forschen und Fragen. Das individuelle, spontane, und somit natürlich handelnde Kind, findet seinen eigenen Zugang zu seinem Thema, ohne jemals auf fertige Vorgehensweisen und Rezepte zurückgreifen zu müssen. Diese ganzheitliche Methode basiert auf kindlicher Neugier, Spontanität, Vertrauen und Toleranz, und der im Prozess involvierten Erwachsenen, und achtet wie kein anderes konventionelles Konzept auf die Persönlichkeit des Kindes. Nicht mehr der Pädagoge mit all seinem Fachwissen bestimmt den Unterricht, sondern die Bedürfnisse, Interessen und der Wissensdrang der Kinder fordern die Erzieher heraus mit ihnen zu wachsen und neue Wege zu gehen. Die natürliche Methode wartet nicht und lässt alle Lösungsversuche gelten. So kann jedes Kind seine eigenen Erfahrungen auf dem Weg zum Ziel machen. Erst die Reflexion ist das einzig angemessene Korrektiv seines eigenen Handelns und die Grundlage der Weiterarbeit.